Autorin: Michelle Krebs
Geprüft von: Stephanie Nitsch

Der Wirkstoff Dexpanthenol ist vielseitig einsetzbar, so findet er sich neben Cremes und Salben auch in (Nasen-)Sprays, Lippenpomaden oder Augentropfen. Dexpanthenol fördert die Neubildung von Hautzellen und unterstützt so die Wundheilung. Außerdem wirkt es durch die Beeinflussung bestimmter Gene leicht entzündungshemmend und feuchtigkeitsspendend sowie -regulierend.

Im Allgemeinen gibt es keinen Unterschied zwischen Dexpanthenol oder Panthenol, es sind lediglich unterschiedliche Namen für das gleiche Mittel. Ebenso wird der Wirkstoff Provitamin B5 im Volksmund auch gern als “Hautvitamin” bezeichnet.

Wirkmechanismus von Dexpanthenol auf unserer Haut

Der Wirkstoff (Dex-)Panthenol kann sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Zellen gewonnen werden. Im Körper angekommen oxidiert dieser den Stoff mithilfe von Enzymen zur wasserlöslichen Pantothensäure, welche auch ein großer Bestandteil des Coenzym A ist. Dieses spielt beim Aufbau und der Regeneration der Haut eine wichtige Rolle. Die Pantothensäure hilft aber nicht nur bei der Heilung und Neubildung von Zellen, sondern sorgt auch für eine stabile Membran, sodass die Haut Feuchtigkeit besser speichern kann und nicht so schnell austrocknet. Durch die gestärkte Barriere können mechanische Irritationen und Reizungen, Bakterien/Viren sowie andere unerwünschte Einflüsse weniger Schaden anrichten.

Im Gegensatz zur Pantothensäure wird Dexpanthenol wesentlich besser von unserer Haut aufgenommen und durch die Membranen geschleust. Damit ist es deutlich effektiver, die bekannte Vorstufe des Vitamins in Zubereitungen für die Haut (= topische Anwendung) zu geben, als die im Körper aktive Form beizufügen. Bei einer topischen Anwendung sind derzeit keine Wechsel- oder Nebenwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören sehr selten allergische Reaktionen, die meist aber von den Hilfs- oder Zusatzstoffen der Cremes und Salben ausgelöst werden. Bei bestehenden allergischen Reaktionen ist von einer weiteren Anwendung abzusehen. 

Dexpanthenol in der Schwangerschaft und bei Babys

Dexpanthenol ist sehr gut verträglich. So lange keine Allergien bekannt sind, spricht nichts gegen die Anwendung dexpanthenolhaltiger Zubereitungen auf der Haut dieser besonderen Patientengruppen. Babys brauchen eine gute Hautpflege. Dies schützt sie nicht nur vor dem Auftreten entzündlicher Hauterkrankungen wie Neurodermitis, sondern stabilisiert auch den ohnehin noch sehr labilen Hautschutzmantel.

Die Peba® Original Kindercreme enthält den Wirkstoff Dexpanthenol, der für seine wundheilungsfördernden Eigenschaften bekannt ist. Dexpanthenol wirkt entzündungshemmend und feuchtigkeitserhaltend. Dank der besonderen Konsistenz der Peba® Original Kindercreme bildet die Creme eine sichtbare und langanhaltende Schutzbarriere, unter der die Haut in Ruhe heilen kann.

Sehr empfindlich ist meist auch die Haut von Schwangeren bzw. stillenden Müttern. Das Hormonchaos, die Zu- und Abnahme des Bauches und das Teilen wichtiger “Hautbausteine” wie Zink, Vitamin B5 und Vitamin E sorgen oftmals für trockene und juckende Epidermis. Das wertvolle Dexpanthenol sorgt für eine gute Haut- und Zellregeneration. Peba® Original Kindercreme findet daher auch als Wund- und Heilsalbe in der Erwachsenenpflege Anwendung. So lassen sich Hautirritationen, wie zum Beispiel wunde Brustwarzen stillender Mütter, mindern. Die Feuchtigkeit bleibt erhalten und einer Entzündung entgegengewirkt.

Wie viel Dexpanthenol benötigt der Körper?

Nicht nur die Haut, sondern auch unser Organismus benötigt Vitamin B5. Der Mensch braucht pro Tag etwa 6 mg Pantothensäure (Kinder etwas weniger, je nach Alter 2-4 mg/Tag). Diesen Bedarf kann man durch Nahrungsmittel in der Regel gut decken. Vor allem Leber, Hering, Rind- und Schweinefleisch sowie Haferflocken, Vollkornprodukte, Brokkoli und Avocado sind gute Vitamin B5-Lieferanten.

Dexpanthenol ist eine Vorstufe der Pantothensäure (Vitamin B5)

Reicht die Aufnahme über Lebensmittel nicht aus, kann das Vitamin auch mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln dem Körper zugeführt werden. Diese beinhalten eine B5-Vorstufe, meist das Dexpanthenol, welches nach der Einnahme in die aktive Form, die Pantothensäure, umgewandelt wird.

Wie kann sich ein Dexpanthenol-Mangel bemerkbar machen?

Sowohl beim Abbau von Fetten, Kohlenhydraten und verschiedenen Aminosäuren als auch beim Aufbau von Fettsäuren, Steroidhormonen und Körpergeweben spielt die Pantothensäure eine wichtige Rolle. Auch den Cholesterinspiegel kann Vitamin B5 positiv beeinflussen. Vor allem Dialysepatienten laufen Gefahr einen B5-Mangel zu entwickeln, weswegen der Spiegel regelmäßig kontrolliert werden sollte. Bei normaler Ernährung und gesunden Patienten kommt ein Vitamin B5-Mangel allerdings nicht vor.

Ein Mangel kann sich unter anderem durch folgende Symptome bemerkbar machen: Nervenschädigungen, vor allem auf der Haut oder den Fußsohlen (ein Brennen, Kribbeln oder das Gefühl, als würden Ameisen auf der Haut laufen), Kopfschmerzen, Gewichtsabnahme oder Störungen im Magen-Darm-Trakt. Vorrangig Kinder sind auch von Wachstumsstörungen oder stark rissiger Haut betroffen.

Dexpanthenol in der Medizin

Um einen Nährstoffmangel entgegenzuwirken, stehen Dexpanthenoltabletten mit 100 mg zur Verfügung. Sie können bei Bedarf auch gelutscht werden und somit bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut eingesetzt werden. Der empfindliche Mundraum wird besser befeuchtet und wunde Stellen heilen schneller ab. Durch die Regulation bestimmter Gene, die für die Wundheilung relevant sind (z.B. Chemokinen und Interleukinen) werden Entzündungsreaktionen gesteuert und Infektionen klingen rascher ab. Bakterien und Viren können sich nicht so leicht einnisten und Symptome wie Halsschmerzen oder Schluckbeschwerden sind weniger stark ausgeprägt.

Dexpanthenolhaltige Augentropfen oder -salben schützen und regenerieren die Hornhaut effektiv. Die Augensalben werden oftmals bei dem sogenannten “Verblitzen” eingesetzt. Das ist eine sehr schmerzhafte Verletzung der Augenoberfläche, die häufig durch ungeschütztes Schweißen auftritt, weswegen sie auch “Schweißerblende” genannt wird.

Nasensalben werden vor allem in der Erkältungssaison zur Pflege schnupfengeplagter Riechorgane eingesetzt. Leider ist durch die Anwendung in der Nase die Bewegung der Flimmerhärchen stark eingeschränkt, sodass die Salben lieber äußerlich verwendet werden sollten.

Für die Innenanwendung stehen geeignete Nasenöle zur Verfügung. Dexpanthenolhaltige Nasensprays gewinnen immer mehr an Bedeutung. Sie pflegen die Nase ohne die Härchen zu beschweren und können betroffenen Patienten bei der Bekämpfung einer Nasenspraysucht helfen. Hierbei werden abwechselnd das abschwellende und das pflegende Nasenspray eingesetzt und die Intervalle der Verwendung des Dexpanthenolsprays stetig erhöht. So lang, bis das abschwellende Spray nicht mehr benötigt wird und nur noch das Pflegespray verwendet wird. Die Verwendung des Pflegesprays kann bei Bedarf reduziert werden, wobei auch nichts gegen eine längere Anwendung spricht.  

Bei Salben, Cremes und Lotionen stehen viele verschieden Hersteller zur Verfügung und je nach Bedarf und Einsatzort kann hier ein geeignetes Präparat gewählt werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Mittel frei von Parabenen, Konservierungs-, Duft- und Farbstoffen sind.

Gut zu Wissen – kleine Fakten, große Wirkung

Weiterführende Informationen zu den wichtigsten Hauterkrankungen sowie hilfreiche Tipps & Tricks in der Kinderpflege finden Sie auf den nachfolgenden Seiten. 

Autorin
Michelle Krebs

Fachredaktion Healthcare, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Alle Beiträge ansehen
Geprüft von
Stephanie Nitsch

Fachredaktion Healthcare, Pharmareferentin nach § 75 Arzneimittelgesetz, Medizinprodukteberaterin nach § 31 MPG / § 83 MPDG, examinierte Krankenschwester.

Alle Beiträge ansehen

Quellenangabe

Das könnte Sie auch interessieren:

Neurodermitis bei Babys und Säuglingen: Anzeichen und Tipps

Neurodermitis bei Babys und Säuglingen erkennen und behandeln

Die chronische Hautentzündung Neurodermitis macht sich häufig bereits im Säuglingsalter bemerkbar. Daher ist hier besondere Aufmerksamkeit bei der Umsorgung der kleinen Patienten geboten. Etwa 23 […]